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WDR Lehrstellenaktion
Sie kommen von vorne, manchmal hinterrücks und am liebsten würdest du ihnen ausweichen - den Fragen im Vorstellungsgespräch. Aber dein neuer Chef will ja nur spielen - bzw. herausfinden, ob du in den Betrieb passt.
Dass dich die Ausbildung bei ihm wirklich interessiert, kannst du ihm zeigen, indem du dich vorab darüber schlau machst
-wie viele Leute in dem Unternehmen arbeiten
-in welchen Geschäftsfelder das Unternehmen tätig ist,
-welche Produkte es herstellt oder vertreibt,
-welche anderen Firmen in dem Feld tätig sind, sprich: wer sind die Konkurrenten?
-welche Rechtsform der Betrieb hat. Für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften gelten jeweils unterschiedliche Regeln beispielsweise in Bezug auf die Haftung.
-wie sich das Unternehmen vermarktet,
-welche Marktposition es innehat,
-wenn der Betrieb ein Logo hat oder einen Slogan, solltest du ihn kennen (Corporate Identity),
-wo der Firmensitz ist und an welchen anderen Standorten das Unternehmen noch vertreten ist.
Der Personalchef darf ruhig merken, dass du dich vorbereitet hast!
Aber es bringt nichts, nur die Unternehmenszahlen aus dem Internet abzuschreiben und auswendig zu lernen. Du musst dich auch auf solche Fragen gefasst machen wie:
-Bitte fassen Sie die wichtigsten Stationen Ihres Lebenslaufs zusammen.
-Warum sollte ich gerade Sie einstellen?
-Welche Erwartungen haben Sie an die neue Stelle?
-Was lesen Sie zur Zeit/regelmäßig um sich weiterzubilden?
-Warum wollen Sie diesen Beruf machen? Was ist das Schöne daran?
-Warum haben Sie sich bei uns/für diese Stelle beworben?
-Was wissen Sie über unser Unternehmen/Produkt/unsere Philosophie?
-Welche Stärken/Schwächen besitzen Sie?
-Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
-Welche beruflichen/privaten Ziele haben Sie?
-Erzählen Sie etwas über sich!
Antworten auf diese Fragen solltest du dir vorher überlegt haben. Das heißt aber nicht, dass du dir irgendwelche Geschichten ausdenken solltest!
Schließlich willst du die Lehrstelle ja haben und hoffst auf eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Außerdem hat der zukünftige Chef ein Recht auf wahrheitsgemäße Aussagen in allen Fragen, die die Arbeitsstelle betreffen. Er darf dir allerdings keine Fragen stellen, die nichts mit der Stellenbesetzung zu tun haben. Ob du an Gott glaubst, welche Partei du wählst, ob du dich in der Gewerkschaft engagierst, ob Du heiraten willst oder Kinder bekommen möchtest - das hat ihn nicht zu interessieren. Übrigens darf er eine weibliche Bewerberin auch nicht fragen, ob sie schwanger ist.
Okay, du sollst deinem Gegenüber zuhören und ihn ausreden lassen. Aber Fragen stellen darfst du auch! Das zeigt sogar, dass du dich mit dem Betrieb auseinandergesetzt hast. Auch wenn es natürlich mindestens ungeschickt ist, als erstes nach der Zahl der Urlaubstage zu fragen. Lieber was in die Richtung:
-Wie sieht es denn mit der Arbeitsweise aus, arbeiten wir im Team oder einzeln?
-Mit wie vielen Kollegen arbeite ich zusammen?
-Wer ist mein Vorgesetzter? Wie viele Vorgesetzte gibt es?
-Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
-Wie lang wird die Einarbeitungsphase sein?
-Gibt es die Möglichkeit (zeitweise) im Ausland eingesetzt zu werden?
-Welche Weiterbildungsmöglichkeiten werden angeboten?
-Was gehört alles zu meinen Aufgaben?
-Kann ich mir den Arbeitsplatz einmal anschauen?