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Mittwoch, 10.03.2010

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WDR Lehrstellenaktion

Lehrstellenaktion 2009

Kurzarbeitergeld für Azubis mit Abschluss

"Der Ausbildungsmarkt trotzt der Wirtschaftskrise". So zumindest das Fazit der Bundesagentur für Arbeit bei ihrer Bilanz zum diesjährigen Ausbildungsjahr. Für diejenigen, die in diesem Jahr ihre Ausbildung abschließen und nicht übernommen werden, ist dies ein schwacher Trost. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp Nirosta hat deshalb im Sommer ein Projekt gestartet, damit die jungen Fachkräfte nicht entlassen werden müssen.

Ausgebildete Facharbeiter sollten entlassen werden

Ein Azubi arbeitet konzentriert; Rechte: dpa

Nach der Ausbildung im ebenfalls von der Krise betroffenen Unternehmen Nirosta sollten die Azubis nach drei Jahren Lehre eigentlich direkt übernommen werden. Doch die Wirtschaftskrise lässt dies für 100 fertig ausgebildete Facharbeiter nicht zu. Um aber die eigens ausgebildeten Mitarbeiter nicht in den freien Arbeitsmarkt entlassen zu müssen, organisierte der Stahl-konzern zusammen mit der Agentur für Arbeit eine deutsch-landweit einmalige Beschäftigungssicherung für die Betroffenen.

Zum Anhören

  • Audio: Beschäftigungssicherung nach der Ausbildung
    Ein Beitrag von Bernd Dicks im WDR 2 Mittagsmagazin (10.11.09)

    Audio abspielen

Beschäftigungssicherung durch firmeninterne Weiterbildung

Christiane Schönefeld, Chefin der Bundesagentur für Arbeit NRW; Rechte: dpa

Die 100 fertigen Azubis werden für ein Jahr in eine firmeninterne Weiterbildung geschickt. In der Zeit erhalten sie Kurzarbeitergeld, das vom Unternehmen auf 90 Prozent der Bezüge eines Facharbeiters aufgestockt wird.

Für Christiane Schönefeld von der Bundesagentur für Arbeit ein Projekt, das auch für viele andere mittelständische und größere Unternehmen in Frage kommt, die ihre Auszubildenden auf Grund der Krise nicht übernehmen können: "Das Modell hat den Vorteil, dass es überwiegend Gewinner gibt. Die jungen Ausgebildeten behalten ihren Arbeitsplatz letzten Endes in ihrem Unternehmen und das Unternehmen behält die Fachkraft, die es morgen dringend braucht."

Verschiedene Stationen für die jungen Facharbeiter

Dominik Heidrich (l.) mit Kollege Stephan Onnk; Rechte: WDR/Dicks

Die Beschäftigungssicherung ist zunächst auf ein Jahr angelegt und könnte um sechs Monate verlängert werden. Die jungen Facharbeiter durchlaufen verschiedene Stationen und werden von qualifizierten Facharbeitern in die einzelnen Produktionsbereiche eingewiesen.

Auch wenn sie dabei meist nur Beobachter sind und weniger Gehalt bekommen, ist Mechatroniker Dominik Heidrich froh, in seinem Unternehmen bleiben zu können: "Wir erweitern unser Wissen, wir kommen in Abteilungen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen würden und bekommen so mehr Verständnis für die Produktion und für unser Produkt." Mit diesem zusätzlichen Wissen hofft der 20-Jährige, dass er gute Chancen auf eine Festanstellung hat. Sein Arbeitgeber ist dagegen jetzt schon froh mit dieser Beschäftigungssicherung die jungen und mit hohen Kosten ausgebildeten Mitarbeiter im Unternehmen halten zu können.

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Ein Beitrag in WDR 2 - Stand: 10.11.09

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