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WDR Lehrstellenaktion
Informationen aus einem Beitrag von Rita Jäger
Immer mehr Betriebe melden in diesen Tagen Kurzarbeit an. Allein in Remscheid, zum Beispiel, sind es schon 260 von insgesamt 688 Unternehmen. Darunter leiden fast zwangsläufig auch die Auszubildenden. Denn Unternehmen mit Azubis haben ein schwer zu lösendes Problem: Für Azubis erhalten sie nicht nur kein Kurzarbeitergeld, sondern müssen sogar die Ausbildung gemäß aller Richtlinien fortführen. Besonders kleine Unternehmen wissen nicht, wie das gehen soll.
"Mit der Kurzarbeit", sagt Azubi Simona, "ist es für mich als Azubi eigentlich recht langweilig. Es sind viele nicht da, weil nichts zu tun ist. Und wenn mal jemand da ist, hat er auch zu tun und kaum Zeit für mich". Zwar stellt Simona gerade selbstständig an einer Computer gesteuerten Maschine einen Auftrag fertig. Doch die angehende Zerspanerin sollte auch lernen, wie die Maschine programmiert wird. Doch ihr Meister ist in Kurzarbeit.
Ausbildung leidet unter Kurzarbeit
Axel Lukas, Inhaber des kleinen Metallbetriebs in Remscheid, beschreibt das aktuelle Problem: "Die Ausbildung kriegen wir im Moment nur mit einem sehr großen finanziellen Aufwand hin. Zurzeit arbeiten zwei Leute hier. Der Ausbilder ist leider auch in Kurzarbeit und jetzt muss auch ich die Ausbildung mit unterstützen". Lukas beschäftigt in seinem Unternehmen elf Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende. Deren Ausbildung läuft normalerweise so mit und rechnet sich, weil die beiden mit anpacken.
Besonders kleine Firmen im Metallbereich haben derzeit Probleme, ihre Azubis auszubilden [mehr]
In der Krise sieht das anders aus: Auftragseinbußen von etwa 50 Prozent haben den Unternehmer gezwungen, Kurzarbeit anzumelden: "Leider gibt es keine Zuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit oder auch nicht von der Arge" sagt Lukas. "Ich hatte auch bei der IHK angefragt, welche Unterstützungsmöglichkeiten ich bekommen könnte. Aber da hab ich auch noch kein Bescheid bekommen. Leider werden wir da als kleine Firma im Stich gelassen.
Etwa 50.000 Euro koste ein Ausbildungsplatz, so Lukas. Im Moment sei für ihn schon die monatliche Vergütung von etwa 730 Euro ein Problem. Würde er die Ausbildung in eine Lehrwerkstatt verlegen, kostete das monatlich zusätzlich pro Platz 500 Euro. Zu viel für den kleinen Betrieb. Also muss es irgendwie anders gehen. Viele Unternehmen ziehen daraus die Konsequenz und bieten keine Lehrstellen mehr an. Allein in Remscheid ist die Zahl der Angebote um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Viele Unternehmen ziehen daraus die Konsequenz, keine neuen Lehrstellen mehr anzubieten. Allein in Remscheid ist die Zahl der Angebote im ersten Halbjahr 2009 um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Glück hat also, wer trotz Kurzarbeit bereits in Ausbildung ist. Wie zum Beispiel Simona. Sie ihre Ausbildung fortsetzen und erfolgreich abschließen, da ist sie ganz sicher: "Die Jungs versuchen mir auf jeden Fall beizubringen, was sie in der Zeit können und sonst krieg ich ja auch viele Sachen in der Schule mit und gucke den Jungs zu. Dabei lernt man doch schon Einiges. Und das wird reichen", glaubt sie zuversichtlich.
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Beitrag in WDR 2 Zwischen Rhein und Weser - Stand: 28.05.09